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Verdrängte Einwohner

In Berlin werden am Sonntag Stolpersteine für zwei Schwarze Holocaust-Opfer verlegt ND 27,Aug 21


Am Sonntag, den 29. August wird der Künstler Gunter Demnig Stolpersteine in Erinnerung an Martha Ndumbe (12:40 Uhr, Max-Beer-Straße 24) und Ferdinand James Allen (13:40 Uhr, Torstraße 176-178) verlegen.

In Berlin wurden in den letzten 20 Jahren bereits mehr als 8.500 Stolpersteine verlegt, doch bislang erinnert erst ein Berliner Stolperstein an eine Person of Color. Die Stolpersteine für Martha Ndumbe und Ferdinand James Allen sollen daher auch ein Anfang sein, das Leben und die Verfolgung Schwarzer Deutscher stärker in den Fokus zu rücken.

Martha Ndumbe wurde 1902 in Berlin geboren. Nach einer schwierigen Kindheit schlug sie sich im Berlin der 1920er und 1930er Jahre als Prostituierte durch und wurde mehrfach verhaftet. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verschärften sich die Bedingungen derjenigen Menschen, die als „deviant“ galten. Nach längerer Haft wurde Martha Ndumbe am 9. Juni 1944 in das Konzentrationslager Ravensbrück eingeliefert. Dort kam sie am 5. Februar 1945 ums Leben.

Ferdinand James Allen wurde 1898 in Berlin geboren, über seine Kindheit ist wenig bekannt. Nach dem ersten Weltkrieg wurden er und sein Vater als britische Staatsbürger als „feindliche Ausländer“ in Ruhleben interniert. Aufgrund auftretender epileptischer Anfälle wurde Ferdinand James Allen ab Mitte der 1920er Jahre in der Städtischen Heil- und Pflegeanstalt Wuhlgarten untergebracht. Nach der Machübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Ferdinand Allen dort zwangssterilisiert und schließlich am 14. Mai 1941 im Rahmen der T4-Mordaktion in Bernburg ermordet.

Initiiert wurden die beiden Stolpersteine von Robbie Aitken, der als Professor an der Sheffield Hallam University unter anderem zur Schwarzen Community in Deutschland und Entschädigungsforderungen Schwarzer Holocaust-Opfer forscht.

Die Verlegung ist eine Kooperation zwischen Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt, Berlin Postkolonial e.V und der Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin.

Stolpersteine weltweit wikipedia


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