Gegen Abschiebungen, Rassismus, Faschismus und Krieg - Bleiberecht und gleiche Rechte für Alle


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Afrika neu denken: Africa and Germany - anatomy of a complex relationship using the example of Namibia

Vortrag von Sima Luipert, represents Nama traditional leaders in Nama technical commitee, Windhok (online): Namibia-german relations from the perpective of the decendents of genoizid survivers * Konferenz mit Vorträgen - auch über Zoom - und parallelen workshops in den Wagenhallen Stuttgart Innerer Nordbahnhof am 16.Okt 21 von 10 bis 16 Uhr


Di 12.10. Der koloniale Rohstoff Jute

von MA Kolonialgeschichte

Sackfabriken und Jutekolonie - Vortrag im Saal der Abendakademie U 1

Jute wird nicht nur für Säcke verarbeitet, sie ist mengenmäßig nach der Baumwolle die wichtigste Naturfaser für die Auto- und Bauindustrie. 10 bis 12 Millionen Kleinbauern leben heute weltweit von ihrer Produktion und Weiterverarbeitung. Unter welchen postkolonialen Bedingungen? Vor 100 Jahren war in Mannheim die „Spinn“ – die „Süddeutsche Juteindustrie“ – ein Ort übelster Ausbeutung. Um 1900 wurde sie als Aktiengesellschaft u. a. durch den Kolonialunternehmer Ferdinand Scipio gründet.

Die über 1000 Beschäftigten waren meist Frauen und Mädchen, die in Italien, Österreich und Ungarn angeworben worden waren. Sie hausten auf engstem Raum im Wohnheim vor der sogenannten Jutekolonie in Sandhofen. Trotz schwieriger sprachlicher Verständigung organisierten diese Arbeiterinnen 1906 und 1921 Streiks für einen effektiven Zehnstundentag und höhere Löhne. Zehn Wochen war die Fabrik lahmgelegt.

Eine gemeinsame Veranstaltung von:

Rhein-Neckar-Industriekultur

Mannheimer Abendakademie

Mannheimer Bündnis für gerechten Welthandel

AK Kolonialgeschichte Mannheim

Bitte bei der Abendakademie Mannheim unter der Kursnummer Y101010 anmelden.

Der Vortrag wird auch live auf dem YouTube-Kanal der Abendakademie übertragen.

www.youtube.com/watch?v=PHQaVbh2vQg

MA Kolonialgeschichte | 29/09/2021



Neue Straßennamen in Mannheim - Info-Konzert

Am Montag, 11.10.2021 um 19:00 Uhr gibt es eine Info-Konzert in der Citykirche Konkordien, in der Nähe vom Marktplatz in Mannheim. Es geht darum, dass Straßen umbenannt werden im Mannheimer Stadtteil Rheinau Süd. Sie tragen die Namen von Männern, die im damaligen Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, für Unterdrückung und Völkermord mit verantwortlich waren. Diese Namen müssen weg, meint der Arbeitskreis Kolonialgeschichte, der zur Veranstaltung einlädt. Dazu sind Songs , aus dem südlichen Afrika und speziell aus Namibia zu hören, präsentiert vom Afrikachor „Imbongi-Voices for Africa”. Annette Lennartz informiert.

 


Petition unterschreiben: KEINE bilateralen Genozidverhandlungen! Wir fordern weltweite Ovaherero&Nama Beteiligung!

 


Stimmen aus dem Kulturausschuss zu den Benin-Bronzen in den Reiss-Engelhorn-Museen 8.7.2021,

Kapitel II

Die Ernennung von Kunstschätzen, die aus kolonialen Raubzügen stammen, zu „Weltkulturerbe“ durch den Kulturausschuss ist ein eher unkonventioneller Vorgang. Bei der UNESCO sind sie bislang nicht gelistet. Und selbst wenn, dann würde dies die Rechte der Herkunftsorte stärken. Laut wikipedia soll der Schutz des Welterbes das besonders sensible kulturelle Gedächtnis, die gewachsene kulturelle Vielfalt und die wirtschaftliche Grundlage eines Staates, einer Kommune oder einer Region erhalten. Karl Habsburg- Lothringen, Präsident von Blue Shield International bei einem Einsatz im April 2019 im Libanon: "Kulturgüter sind ein Teil der Identität der Menschen, die an einem bestimmten Ort leben. Zerstört man ihre Kultur, so zerstört man damit auch ihre Identität.“


Benin/Nigeria

Die Einwohner des Königreiches Benin, das Volk der Edo nutzte keine Schriftsprache. Ab dem 16. Jahrhundert stellten Zünfte Bronzeskulpturen und -tafeln im Auftrag des königlichen Hof des Oba her. Es erzählte die Geschichte seiner mächtigen, Jahrhunderte alten Zivilisation kunstvoll auf Tafeln, die den Palast zierten. „Die Plünderung war, als wenn ein Buch in Stücke gerissen wurde.“

Kokunre Eghafona, s.u.


Herero/Namibia

Ich denke, die Ekori sollten nach Hause zurückkehren“ Cynthia Schmming, s.u.

Das ‚Ekori‘ ist ein Kopfschmuck, den Herereo- Frauen in der vorkolonialen Zeit im heutigen Namibia trugen. Es wurde kunstvoll aus Leder, Eisenperlen und Stickereien hergestellt, ebenso wie Halsketten, Arm- und Beinschmuck. Missionare verboten diese Art von Schmuck. Teil der Kolonialisierung war die Unterbindung vorheriger Lebensweisen und das Ausmerzen jeder kulturellen Identifikation. Der Völkermord an Ovaherereo und Nama führte schließlich dazu, dass das Wissen über diese handwerkliche Kunst nicht mehr weiter gegeben werden konnte. Cynthia Schimming, eine Modeschöpferin aus Namibia beschreibt, wie sie erst im ethnologischen Museum in Berlin Gelegenheit hatte, die Herstellung dieses Schmuckes zu studieren. Dort befinden sich vierzehn Ekori, in Namibia sind noch drei Exemplare.


Die Beispiele aus den beiden Ländern stehen für die einzigartige Bedeutung des kulturellen Erbes für die Menschen. Für sie sind die Kulturgüter, die u.a. in Mannheim in Depots lagern, essentiell. Schon 1978 mahnte der UNESCO-Generaldirektor Amadou Mahtar M‘Bow: "Die Frauen und Männer dieses Landes haben ein Recht darauf, Kunstschätze zurück zu erhalten, die ein Teil ihres Seins sind...Sie fordern, dass ihnen wenigstens die repräsentativsten Kunstschätze ihrer Kultur zurück gegeben werden, diejenigen, die für sie am wichtigsten sind und deren Abwesenheit für sie psychologisch am schwersten zu ertragen ist. Diese Forderung ist legitim.“

Weitere ehemalige Kolonialländer fordern seit Jahrzehnten ihr Eigentum zurück. Äthiopien, Ghana, Kamerun , Kongo, Madagaskar, Mali, Tansania und weitere Länder außerhalb Afrikas warten bislang vergeblich auf Restitution.

Margarete Würstlin, September 2021


Quellen

Die Beispiele aus den beiden Ländern stehen für die einzigartige Bedeutung des kulturellen Erbes für die Menschen. Für sie sind die Kulturgüter, die u.a. in Mannheim in Depots lagern, essentiell. Schon 1978 mahnte der UNESCO-Generaldirektor Amadou Mahtar M‘Bow: "Die Frauen und Männer dieses Landes haben ein Recht darauf, Kunstschätze zurück zu erhalten, die ein Teil ihres Seins sind...Sie fordern, dass ihnen wenigstens die repräsentativsten Kunstschätze ihrer Kultur zurück gegeben werden, diejenigen, die für sie am wichtigsten sind und deren Abwesenheit für sie psychologisch am schwersten zu ertragen ist. Diese Forderung ist legitim.“

Weitere ehemalige Kolonialländer fordern seit Jahrzehnten ihr Eigentum zurück. Äthiopien, Ghana, Kamerun , Kongo, Madagaskar, Mali, Tansania und weitere Länder außerhalb Afrikas warten bislang vergeblich auf Restitution.

 

 

 


"Das ist alles nur geklaut …. Entschuldigung, das hab ich mir erlaubt“ – Die Prinzen im Kulturausschuss?


Stimmen aus dem Kulturausschuss vom 8. Juli 2021 zu den Benin-Bronzen in den Reiss-Engelhorn-Museen. Kapitel 1


Deutsche Kolonie Togo

... Militärische Formationen wie die Schutztruppen wurden in Togo nicht stationiert. Zwischen 1895 und 1899 kam es zu mehreren kleineren Aufständen, die von Polizeieinheiten unterdrückt wurden. 1897/98 bestand die koloniale Polizeitruppe aus einem Kommandeur, drei Unteroffizieren und 150 Einheimischen, die bis 1913 auf 2 Offiziere, 6 Unteroffiziere und 550 afrikanische Polizisten erweitert wurde. [3] Zu dieser Zeit wurde auch ein größerer Aufstand der Dagomba unterdrückt und das Land unterworfen. In der Nähe der Stadt Yendi ist heute noch ein Massengrab gefallener Dagombakrieger zu sehen....


... Die Einheimischen waren hier zunächst ebenso weitgehend rechtlos wie in den anderen deutschen Kolonien und z. B. der Prügelstrafe ausgesetzt. Rund um Geo A. Schmidt, der in seiner Zeit als Bezirksleiter in Atakpame zwischen 1900 und 1904 zahlreiche Mädchen vergewaltigte und Dörfern verwüsten ließ, gab es etwa einen Kolonialskandal.[5 ...


Traces of German Colonialism in Togo

Die alte Landungsbrücke in Lomé ist ein ehemaliger Schiffsanleger aus der deutschen Kolonialzeit. Zwischen 1904 und 1914 erfolgte hierüber der Großteil des Schiffsverkehrs von und nach der deutschen Kolonie Togo.

Weitere Informationen zur Landungsbrücke und dem deutschen Kolonialismus findet ihr online, zB beim Goethe-Institut Lomé

Aber Deutschland ist nicht das einzige Land mit kolonialem Einfluss in Afrika:

Ab 1612 wurden im Senegal französische Handelsposten betrieben. 1677 wurde eine Kolonie gegründet. Ab 1840 wurde mit der Kolonialisierung von West- und Zentralafrika begonnen.

Heute kontrolliert Frankreich und Europa mit der Währungsunion „CFA-Franc-Zone“ und der Bindung des CFA-Franc an den Franc bzw. Euro die Länder Äquatorialguinea, Gabun, Kamerun, Republik Kongo, Tschad, Zentralafrikanische Republik (Zentralafrikanische Währung XAF) sowie Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Guinea-Bissau, Mali, Niger, Senegal und Togo (Westafrikanische Währung XOF) und andere Länder der Welt!

Dieses Währungssystem dient allein den ökonomischen und politischen Interessen Frankreichs bzw. Europas. Die Länder der CFA-Zone finanzieren die französische Wirtschaft, die feste Kopplung an den Euro verteuert Exporte der afrikanischen Länder und erleichtert Importe aus Frankreich/Europa. Sie gestattet außerdem afrikanischen Eliten, günstig in Europa einzukaufen.

Frankreich bzw. Europa sichert sich so einen riesigen Markt für seine Produkte, eine ununterbrochene Versorgung mit billigen Rohstoffen, die Repatriierung des Löwenanteils der lokalen Ersparnisse, konkurrenzlosen politischen Einfluss, kostenlose strategische Präsenz auf Militärbasen und die Gewissheit, dass es sich auf die diplomatische Unterstützung seiner afrikanischen Verbündeten verlassen kann. #korruption #nextlevel

Eine Entkolonialisierung der CFA-Staaten hat nie stattgefunden, willkommen im (Neo-)Kolonialismus.

Mehr Infos findet ihr im Netz, zB auf Arte oder der DW Deutsche Welle

#entkolonialisierung
#dekolonisation
#afrika

Blinder Fleck Kolonialgeschichte

06/08/2021 MA Kolonialgeschichte Allgemein Kommentar hinterlassen

In der Sendereihe Freiraum des Bermudafunk geht es am kommenden Wochenende unter dem Titel „Blinder Fleck“ um den Mannheimer Umgang mit der Kolonialgeschichte.  Vom Arbeitskreis Kolonialgeschichte Mannheim sind Hildegard Klenk und Margarete Würstlin im Studio des Bermudafunks. Annette Lennartz moderiert.

Teil 1 am Samstag den 7. August um 19 Uhr: Schwerpunkt: Diskussion um Straßennamen aus der Kolonialzeit in Mannheim Rheinau 

Teil 2 am Sonntag den 8. August um 16 Uhr: Schwerpunkt – Koloniale Raubgüter in den Reiß-Engelhorn Museen

Auf UKW HD 105,4 MHz, Ma 89,6 MHz

Kabel 107,45 MHz oder als Livestream und in der Mediathek


"Fein"kost aus Übersee - EDEKA und die Kolonialwarenhändler

youtube Kanal der Abendakademie Mannheim

https://www.youtube.com/watch?v=HsBTfgIIX78


Vortrag am 13.07.2021 Um 18 Uhr in der Abendakademie Mannheim

Bis heute ist der weltweite Handel mit den damals als "Kolonialwaren" bezeichneten Waren von den frühen kolonialen Strukturen geprägt, wie am Beispiel von Gewürzen, Kakao und Südfrüchten zu sehen ist. Die Werbung für exotische Produkte verbreitete vielfach rassistische Vorstellungen. In den Blick kommt auch die Geschichte regionaler Händler wie Schreiber, GEG/Konsum und EDEKA.

Die Veranstaltung findet im Saal statt, Abendakademie, Saal, U1, 16 - 19, 68161 Mannheim



Alles außer Butter – zur Kolonialgeschichte unserer Speisefett


Vortrag von Kornelia Junge vom AK Kolonialgeschichte Mannheim

Live übertragen am 06.07.2021

Video
https://www.youtube.com/watch?v=IAT0Wu9RXFM&t=93s

Audio

https://www.freie-radios.net/110092


Der nächste Vortrag:

Alles außer Butter – zur Kolonialgeschichte unserer Speisefette

findet am Dienstag, 6.7. um 18 Uhr im Saal der Mannheimer Abendakademie statt.


Aufruf des AK Kolonialgeschichte Mannheim: Neue  Straßennamen als Signal gegen Rassismus und für Vielfalt



Kolonialverbrechen: Kautschuk - das "schwarze Gold" der Tropen - Ein Kolonialprodukt für die industrielle Gummiproduktion und Stellungnahme zum zahnlosen, verwässertem "Lieferketten-Sorgfalts-Gesetz"

Vortrag in Zusammenarbeit mit Rhein-Neckar-Industriekultur e.V., Arbeitskreis Kolonialgeschichte Mannheim und Mannheimer Bündnis für gerechten Welthandel.


Nachfahren der Opfer des deutschen Völkermords im heutigen Namibia stellen in diesem Webinar das Abkommen zwischen der deutschen und der namibischen Regierung in Frage und werben um Unterstützung in ihrem Kampf für Gerechtigkeit und Reparationen. Das Webinar findet auf Englisch mit Simultanübersetzung ins Französische und Deutsche statt.

Registrierung für das Webinar via Zoom unter
https://zoom.us/webinar/register/WN_T2i37xOXS_W-WXL-glP8FQ

Live-Streaming auf https://www.facebook.com/placeforafrica

Das Webinar wird von einem breiten internationalen Bündnis getragen, zu dem auch das Eine Welt Forum Mannheim gehört.

Israel Kaunatjike, Evelyn Mswetsa, Deodat Dirkse, Nandiuasora Mazeingo haben eine Petition gestartet mit der Forderung: Reparationen für Völkermord an Ovaherero & Nama für die Opfer NICHT für die Regierung! Petition unterstützen

Mehr über das Thema erfahren



MA Kolonialgeschichte | 14/06/2021 um 13:32 | Kategorien: Allgemein | URL: https://wp.me/pcKl6J-Ey


Sa 19.06. 14-17 Uhr Webinar zum deutsch-namibischen abkommen

von MA Kolonialgeschichte

 


Über die alte Seidenstraße brachten Karawanen Waren wie chinesische Seide und indischen Pfeffer an europäische Fürstenhöfe.

Über den Seeweg brachten ab dem 16. Jahrhundert portugiesische, später niederländische und schließlich britische Handelsflotten Gewürze aus Süd- und Südostasien, mit denen immer breitere Bevölkerungskreise Mitteleuropas beliefert wurden.

Ab dem 19. Jahrhundert drangen die imperialistischen Mächte Europas nach Asien vor und besetzten sogar Teile Chinas. Darunter um 1900 auch Deutschland.

Inzwischen hat sich die globale Machtkonstellation verändert. China errichtet neue Handelswege. Claus Kilpert von Rhein-Neckar-Industriekultur informiert anschaulich über die alten und neuen Routen der Seidenstraße.


Online – Vortrag am 15.06. 18 Uhr: Die Seidenstraße

von MA Kolonialgeschichte

  URL: https://wp.me/pcKl6J-DV


Rudolf Manga Bell – Straße

Wir schlagen Rudolf Manga Bell für eine Straßen-Neubenennung in Mannheim Rheinau-Süd vor. Das Oberhaupt der Duala in Kamerun wurde von der deutschen Kolonialmacht hingerichtet und wird im heutigen Kamerun als Märtyrer des Widerstands gegen die deutsche Gewaltherrschaft verehrt. Die Duala hatten in der Mündungslagune der Kamerunflüsse seit langem Handel mit Europäern betrieben. Die deutsche Kolonialherrschaft drängte sie gewaltsam aus dem Handel und trieb sie in den Ruin. . Rudolf Manga Bell, der fünf Jahre lang in Deutschland zur Schule gegangen und grundsätzlich zur Zusammenarbeit mit den Deutschen bereit war, setzte sich gegen eine Zwangsumsiedlung und den Entzug der Existenzgrundlagen zur Wehr.

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Wir schlagen Rudolf Manga Bell für eine Straßen-Neubenennung in Mannheim Rheinau-Süd vor. Das Oberhaupt der Duala in Kamerun wurde von der deutschen Kolonialmacht hingerichtet und wird im heutigen Kamerun als Märtyrer des Widerstands gegen die deutsche Gewaltherrschaft verehrt. Die Duala hatten in der Mündungslagune der Kamerunflüsse seit langem Handel mit Europäern betrieben. Die deutsche Kolonialherrschaft drängte sie gewaltsam aus dem Handel und trieb sie in den Ruin. . Rudolf Manga Bell, der fünf Jahre lang in Deutschland zur Schule gegangen und grundsätzlich zur Zusammenarbeit mit den Deutschen bereit war, setzte sich gegen eine Zwangsumsiedlung und den Entzug der Existenzgrundlagen zur Wehr.

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Rudolf Manga Bell – Straße

von MA Kolonialgeschichte

Jacobus-Morenga-Straße

von MA Kolonialgeschichte

Wir schlagen den Widerstandskämpfer Jacobus Morenga für die Neubenennung einer der Kolonialisten-Straßen in Mannheim Rheinau-Süd vor. Er steht für den Widerstand der Bevölkerung gegen das koloniale Herrschaftssystem in Südwestafrika (heute Namibia), das von Lüderitz, Nachtigal und Leutwein errichtet wurde - nach welchen die Straßen bisher benannt sind.

Jacobus Morenga war ab Oktober 1904 eine zentrale Gestalt des Aufstands der Nama gegen die Unterdrückung durch die Deutschen Kolonialherren in Südwestafrika (heute Namibia). 1905 gelang es ihm und seinen Truppen im Gefecht von Hartebeestmund, die deutschen Truppen in die Flucht zu schlagen. Bis zu seiner Ermordung 1907 kämpfte er mit strategischer Weitsicht, Mut und moralischer Integrität gegen die entmenschlichte deutsche Kolonialpolitik um die Rechte der indigenen Bevölkerung. Jacobus Morenga genießt bis heute im Süden Afrikas hohes Ansehen als erfolgreicher Guerillakämpfer.

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...Die deutsche Kolonialverwaltung regierte das Gebiet mithilfe von Rassentrennung und Unterdrückung. Die Afrikaner:innen wurden von den europäischen Siedlern auf die Stufe von Tieren gestellt und entrechtet. Auspeitschungen bei den geringsten Vergehen, Vergewaltigung,
Brandschatzung durch die deutschen ‚Schutztruppen‘ wurden ungestraft zur Normalität. (Kriegs-Taktik der Erntevenichtung, des Aushungerns durch "verbrannten Erde" bei der Niederschlagung des Maji-Maji-Guerillakriegs" - Ausrottung 2/3 der gesamten Bevölkerung im Gebiet von heute Tansania, Burundi, Ruanda)



Miriam-Makeba-Straße

Wir schlagen die südafrikanische Sängerin und Komponistin für eine Straßenbenennung vor. Miriam Makeba wurde in einem Township bei Johannesburg geboren. In vielsprachigen Songs prangerte sie die Apartheid Südafrikas an, die sie am eigenen Leib erfuhr und wurde als Stimme Afrikas gefeiert. Vor den Vereinten Nationen forderte sie den Boykott Südafrikas, woraufhin sie die Staatsbürgerschaft verlor und in die USA emigrierte. Nach der Heirat mit dem Black-Power-Aktivisten Carmichael wurde sie vom FBI überwacht, verließ die USA und lebte fortan in Guinea. Nach 30 Jahren Exil kehrte sie auf Einladung von Nelson Mandela in ihre Heimat zurück. Makeba wurden viele Ehrungen wie der Grammy Award zuteil. 

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Die deutschen Kolonien: Eine verdrängte Geschichte?

 

Imperialismus einfach erklärt I musstewissen Geschichte - und heutzutage?


Geschichte – AK Kolonialgeschichte Mannheim


        https://kolonialgeschichtema.com/kolonialgeschichte         

AK Kolonialgeschichte Mannheim . Portraits. May Ayim (1960-1996) Rudolf Manga Bell (1873-1914) Frantz Fanon (1925 – 1961) Audre Geraldine Lorde (1934 – 1992) Miriam Makeba (1932 – 2008)


Mannheimer Firmen profitierten von der kolonialen Ausbeutung, Personen aus Mannheim waren an massgeblicher Stelle an der Errichtung und Absicherung der Kolonialherrschaft beteiligt. Die Reiss-Engelhorn-Museen besitzen große Bestände von Kunst- und Kulturgütern, die in den Kolonien geplündert wurden.


Nach der Lesung am 17.05. war nicht genügend Zeit für alle Fragen. Florence Brokowski-Shekete beantwortet hier die verbliebenen Fragen aus der Veranstaltung:

Frage: Haben sie sich von den Kindern in Deutschland als eine von ihnen akzeptiert gefühlt oder eher als Fremde, Andere?  Als ich jung war, habe ich immer wieder gespürt, dass gleichaltrige Kinder und Jugendlichen mich wegen meines Äußeren als Anders wahrgenommen haben. Als Lehrkraft oder Schulleitung haben mich Kinder und Jugendlichen dagegen als Mensch in der entsprechenden Funktion wahrgenommen.

Frage: In ihrem Buch beschreiben Sie die Schwierigkeit, den Beruf Ihrer Wahl zu ergreifen, weil Sie keinen deutschen Pass hatten. Was müsste da von staatlicher Seite geschehen? Es ist wichtig, die Kompetenzen eines Menschen in den Vordergrund zu stellen und dann die Möglichkeiten zu überprüfen, dass er bzw. sie den gewünschten Beruf ergreifen kann.

Frage: Wäre es für Schulen in Baden-Württemberg lehrreich, Schulpartnerschaften z.B. mit dem Partnerland Burundi zu leben, ähnlich der Schulpartnerschaften in Rheinland-Pfalz mit Ruanda? Schulpartnerschaften an sich sind positiv. Jedoch sollte der Fokus auf einer symmetrischen PARTNERSCHAFT liegen und nicht auf der Unterstützung Hilfsbedürftiger.

Frage: Was müsste sich in diesem Land ändern, damit der Rassismus in unserer Gesellschaft erfolgreich bekämpft oder zumindest wieder stärker zurückgedrängt wird? Die Thematik müsste in die Aus-, Fort- und Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften und in den Bildungsplan implementiert werden.

Zur Audio-Aufzeichnung der Veranstaltung


MA Kolonialgeschichte | 21/05/2021 um 20:52 | Kategorien: Allgemein | URL: https://wp.me/pcKl6J-Cb


Fragen an Florence Brokowski-Shekete

von MA Kolonialgeschichte